With Fran

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25/09/2026

Ein Teil deines Gehirns kann wieder wachsen 🌿

120 Menschen über 55, die sich bis dahin wenig bewegt hatten. Die Hälfte ging ein Jahr lang dreimal pro Woche 40 Minuten zügig spazieren. Die andere Hälfte machte sanfte Dehn- und Kräftigungsübungen.

Nach einem Jahr war der vordere Hippocampus — der Gedächtnisbereich im Gehirn — bei den Gehenden um rund zwei Prozent gewachsen. In der Vergleichsgruppe war er dagegen um 1,4 Prozent geschrumpft, so wie es im Alter normalerweise geschieht. Die Autoren schätzen, dass die zwei Prozent etwa ein bis zwei Jahren altersbedingtem Verlust entsprechen. Und je stärker bei den Gehenden jener Wachstumsstoff anstieg, über den wir am Montag gesprochen haben, desto grösser war die Volumenzunahme.

Was mich an dieser Studie besonders freut: Es war kein aufwendiges Training. Es war Spazierengehen, zügig genug, um etwas ausser Atem zu kommen.

Zur Einordnung, und da gehört einiges dazu. Das ist eine einzelne Studie — sehr bekannt, aber auch kritisiert. Der Titel der Arbeit verspricht neben dem Wachstum auch eine Gedächtnisverbesserung, und genau das haben Fachkollegen bestritten: Beide Gruppen verbesserten sich im Gedächtnistest, ein Unterschied zwischen ihnen zeigte sich nicht. Was übrig bleibt, ist der Befund zum Volumen — und den erzähle ich hier, nicht mehr.

Auch spätere Auswertungen sind uneinheitlich. Eine Metaanalyse über 14 Studien fand keinen Effekt auf das Hippocampus-Volumen insgesamt, wohl aber auf die linke Seite, und zwar dadurch, dass Bewegung den altersbedingten Rückgang verhinderte. Insgesamt gilt: Die Wirkung von Bewegung auf die Denkleistung ist besser belegt als ihre Wirkung auf die Grösse einzelner Hirnbereiche.

Und noch eine Feinheit: Die Vergleichsgruppe bewegte sich ebenfalls, nur deutlich sanfter. Es scheint also auf ein gewisses Mass anzukommen — zügig statt gemütlich.

Wenn du regelmässig spazieren gehst, machst du bereits genau das, was hier untersucht wurde. Und falls nicht: Der Anfang ist wortwörtlich ein Spaziergang.

Nächste Woche: Knochen und Gelenke — und ein Mythos über Knorpel, den ich gern loswerden würde.

💚 Speichern für deinen nächsten Spaziergang

🔬 Quelle im ersten Kommentar

Photos from With Fran's post 23/09/2026

Kraft oder Ausdauer — was braucht dein Gehirn? 🌿

Lange war die Antwort klar: Ausdauer. Laufen, Radfahren, Schwimmen. Krafttraining galt als gut für die Muskeln, nicht für das Denken.

Heute sieht das anders aus. Eine grosse Auswertung von 36 randomisierten Studien mit Menschen über 50 fand: Ausdauer, Kraft, gemischtes Training und Tai Chi verbesserten die Denkleistung — alle. Gewirkt hat Bewegung, die mindestens mässig anstrengend war.

Und Kraft sticht dabei heraus. Eine weitere grosse Auswertung von 2022 fand bei Krafttraining die deutlichsten Verbesserungen. Bei den wirksamsten Bewegungsformen zeigten sich spürbare Effekte sogar schon unterhalb der offiziellen Bewegungsempfehlungen — über alle Bewegungsarten gemittelt lag die nötige Menge allerdings etwas darüber.

Das Entlastende daran: Es gibt keine falsche Bewegungsart für dein Gehirn. Wenn du zügig gehst, zählt das. Wenn du Kraft trainierst, auch. Was du bereits tust, wirkt bereits.

Und wenn du etwas dazunehmen magst: Mach vor allem, was du gerne machst — das ist die Bewegung, die du auch in drei Monaten noch machst. Wer vor allem geht, kann ab und zu etwas mit Kraft ergänzen; schon das Aufstehen vom Stuhl ohne Hände ist Kraftarbeit. Wer vor allem Kraft macht, kann zwischendurch zügig gehen. Und etwas anstrengend darf es sein — so, dass du leicht ausser Atem kommst oder die Muskeln spürst.

Zur Einordnung: Die Studien betreffen Menschen über 50 in strukturierten Programmen, meist mit Einheiten von 45 bis 60 Minuten, und die Effekte sind moderat. Ob kürzere Einheiten dasselbe bewirken, wurde so nicht untersucht — die Vorschläge oben sind als Einstieg gedacht, nicht als geprüfte Dosis. Und welche Bewegungsart am stärksten wirkt, ist nicht abschliessend geklärt: Für Tai Chi und Yoga ist die Datenlage am uneinheitlichsten. Stabil ist die Grundaussage: Bewegung verbessert die Denkleistung, und Kraft gehört dazu.

💚 Speicher das, wenn du gerade überlegst, womit du anfangen sollst

🔬 Quellen im ersten Kommentar Allgemeine Information, ersetzt keine individuelle Beratung.

21/09/2026

Dein Muskel spricht mit deinem Gehirn 🌿

Lange galt der Muskel als reiner Bewegungsapparat. Heute weiss man: Er funktioniert auch wie ein Organ, das Botenstoffe ins Blut abgibt — sogenannte Myokine. Bei körperlicher Arbeit steigen manche davon um ein Vielfaches an.

Einige dieser Botenstoffe erreichen das Gehirn und regen dort die Bildung eines Wachstumsstoffs an, der Nervenzellen hilft, neue Verbindungen zu knüpfen — besonders in dem Bereich, der für Gedächtnis und Lernen zuständig ist.

Zur Einordnung, und das ist mir wichtig: Den genauen Weg vom Muskel bis ins Gehirn kennt man bisher vor allem aus Tierversuchen. Beim Menschen sieht man, dass diese Stoffe mit Training ansteigen und mit der Gedächtnisleistung zusammenhängen. Dass Bewegung dem Gehirn guttut, ist gut belegt — wie genau das funktioniert, wird noch erforscht.

Und dafür braucht es kein Fitnessstudio. Es braucht Muskelarbeit, und davon steckt mehr in deinem Alltag, als du vielleicht denkst. Treppen steigen. Einkäufe tragen. Im Garten arbeiten. Kinder oder Enkel hochheben. Wenn du davon etwas regelmässig tust, schickt dein Muskel diese Signale bereits los.

Am Mittwoch: welche Bewegung deinem Gehirn am meisten bringt. Die Antwort hat sich in den letzten Monaten verändert.

Das ist Teil zwei von vier über Bewegung. Folg mir, wenn du die Reihe mitnehmen willst.

🔬 Quellen im ersten Kommentar

Allgemeine Information, ersetzt keine individuelle Beratung.

21/09/2026

What is your favourite hike? Have you been out and about lately?

Sending some sunshine out! :)

18/09/2026

Dein Körper hat einen Tagesplan 🌿

Dass sich morgens alles schwerer anfühlt, liegt nicht an dir. Es liegt daran, dass dein Körper zu dieser Zeit noch nicht auf Betriebstemperatur ist — und das ist wörtlich gemeint.

Die Temperatur. Deine Körperkerntemperatur schwankt über den Tag um fast ein Grad. Am tiefsten liegt sie zwischen vier und sechs Uhr früh, am höchsten zwischen etwa 17 und 19 Uhr. Warm arbeitet Muskelgewebe besser: Die Nervenleitung ist schneller, das Gewebe nachgiebiger. Deshalb liegt die maximale Kraftleistung bei den meisten Menschen am späten Nachmittag.

Und dann das hier. Du bist morgens tatsächlich grösser als abends — rund ein Prozent deiner Körpergrösse, bei vielen fast zwei Zentimeter. Der Grund: Die Bandscheiben saugen sich nachts im Liegen mit Flüssigkeit voll. Im Lauf des Tages drückt die Belastung diese Flüssigkeit wieder heraus, und abends bist du wieder auf Normalmass. Über Nacht füllt sich alles erneut.

Interessant dabei: Dieser Unterschied ist bei jüngeren Menschen ausgeprägter. Mit den Jahren verändert sich das Gewebe, und die Bandscheiben schwanken weniger.

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Das ist kein Argument gegen Bewegung am Morgen, und schon gar keines dafür, sich morgens zu schonen. Der Unterschied in der Kraftleistung liegt bei wenigen Prozent. Und wer regelmässig morgens trainiert, bei dem gleicht er sich mit der Zeit weitgehend an — der Körper passt sich an die Zeit an, zu der er gefordert wird.

Was praktisch bleibt: Nimm dir morgens die Zeit, bis du in Fahrt gekommen bist. Wenn du das ohnehin tust, bestätigt dieser Post dich nur. Falls nicht, sind diese paar Minuten alles, was es braucht. Regelmässigkeit schlägt den perfekten Zeitpunkt, immer.

Nächste Woche: was Bewegung mit deinem Gehirn macht. Das ist der Teil, der die meisten überrascht.

💚 Speichern, wenn du morgens trainierst

🔬 Quellen im ersten Kommentar Allgemeine Information, ersetzt keine individuelle Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte fachlich abklären lassen.

Photos from With Fran's post 16/09/2026

Abends trainieren — und trotzdem gut schlafen 🌿

14 689 Menschen trugen ein Jahr lang ein Messgerät am Handgelenk. Bewegung, Schlaf und Herzfrequenz wurden Nacht für Nacht aufgezeichnet — am Ende über vier Millionen Nächte. Es ist die grösste Untersuchung zu dieser Frage, die es bisher gibt.

Der Befund: Wer sich innerhalb von zwei Stunden vor dem Schlafen stark belastet, schläft im Schnitt 36 Minuten später ein. Fällt die Einheit in die Zeit nach der gewohnten Bettzeit, wächst die Verzögerung auf rund 80 Minuten.

Und jetzt der wichtigere Teil. Endete die Bewegung mindestens vier Stunden vor dem Einschlafen, war kein Effekt mehr messbar. Unabhängig davon, wie hart trainiert wurde. Es ist keine Frage von zu viel, sondern eine Frage von Abstand. Wer sich ohnehin tagsüber bewegt, macht das also längst richtig — ohne je darüber nachgedacht zu haben.

Und wenn du nur abends kannst? Die meisten können nur abends — das ist kein Fehler und oft nicht änderbar. Dann ist nicht die Uhrzeit die Stellschraube, sondern wie die Einheit endet. Nicht mit der härtesten Serie aufhören, sondern sie ruhig auslaufen lassen.

Der Grund dahinter ist naheliegend: Intensive Belastung fährt Kreislauf, Atmung, Temperatur und Wachheit hoch — also genau das, was beim Einschlafen herunterfahren müsste.

Zur Einordnung: Das ist eine Beobachtungsstudie. Der Zusammenhang ist über vier Millionen Nächte sehr konsistent, aber er beweist keine Ursache. Die Teilnehmenden waren durchweg sportlich aktive Menschen mit Fitnesstrackern. Und die Autoren merken selbst an, dass ihre Methode die Belastung durch schweres Krafttraining wahrscheinlich unterschätzt.

💚 Speicher das vor deinem nächsten Abendtraining

🔬 Quelle im ersten Kommentar

Allgemeine Information; ersetzt keine individuelle Beratung.

14/09/2026

Der beste Zeitpunkt für deinen Schlaf ist mitten am Tag 🌿

In den letzten Wochen ging es hier oft darum, dass man Schlaf nicht erzwingen kann — je mehr man sich anstrengt, desto weniger klappt es. Bewegung umgeht dieses Problem elegant: Sie findet tagsüber statt und wirkt nachts.

Eine Metaanalyse über 66 Studien hat zusammengetragen, was regelmässige Bewegung mit dem Schlaf macht. Die Einschlafzeit verkürzt sich, die Schlafdauer und die Schlafeffizienz verbessern sich leicht — und am deutlichsten verbessert sich, wie gut Menschen ihren eigenen Schlaf bewerten. Das war der stärkste Effekt der ganzen Analyse.

Was ich bewusst nicht sage: dass Bewegung den Tiefschlaf erhöht. Das liest man oft, aber die Daten geben es nicht her — der Effekt darauf ist klein und uneinheitlich. Was gut belegt ist: Du schläfst schneller ein und erlebst deine Nächte als erholsamer.

Und wahrscheinlich machst du von der hilfreichen Bewegung schon mehr, als du denkst. Der Einkauf zu Fuss zählt. Die Treppe zählt. Der Weg zur Arbeit zählt. Wenn du davon etwas regelmässig tust, tust du für deinen Schlaf bereits mehr als mit jeder Abendroutine — und musst nichts Neues anfangen, sondern nur weitermachen.

Wer noch wenig davon hat, fängt am besten klein an: ein Weg pro Tag zu Fuss statt mit dem Auto. Nicht mehr.

Am Mittwoch wird es konkret: Es gibt einen Zeitpunkt am Tag, der einen messbaren Unterschied macht — und die Studie dazu ist eine der grössten, die es zu diesem Thema gibt.

Das ist Teil eins von vier. In den nächsten Wochen: Bewegung und Gehirn, Knochen und Gelenke, und zum Schluss die Frage, wie wenig eigentlich reicht. Folg mir, wenn du die ganze Reihe mitnehmen willst.

🔬 Quelle im ersten Kommentar Allgemeine Information, ersetzt keine individuelle Beratung. Anhaltende Schlafprobleme gehören ärztlich abgeklärt.

13/09/2026

No sport for me today - still moving - that counts :)

11/09/2026

Warum du es selbst am schlechtesten merkst 🌙

36 gesunde Erwachsene, zwei Wochen im Labor, drei Gruppen: acht, sechs oder vier Stunden Schlaf. Gemessen wurde beides — die Konzentrationsleistung und das eigene Müdigkeitsgefühl.

Die Leistung sank Tag für Tag weiter, abhängig von der Schlafmenge. Nach zwei Wochen mit sechs Stunden lag sie auf dem Niveau von bis zu zwei durchgemachten Nächten.

Das Müdigkeitsgefühl dagegen stieg nur zu Beginn an und blieb dann stehen. Es unterschied am Ende kaum noch zwischen der Vier- und der Sechs-Stunden-Gruppe. Die Teilnehmenden merkten also nicht, wie stark ihre Leistung nachgelassen hatte.

Das Gefühl gewöhnt sich. Die Leistung nicht.

Deshalb ist das eigene Empfinden hier kein guter Massstab. Brauchbarere Hinweise: Brauchst du am Wochenende regelmässig zwei Stunden mehr Schlaf? Schläfst du abends in unter fünf Minuten ein? Kommst du ohne Wecker nie aus dem Bett? Im Reel steht nur die erste Frage — hier stehen alle drei.

Zur Einordnung: Es ist eine Laborstudie mit 36 jungen, gesunden Erwachsenen. Die Unterschiede zwischen Menschen sind gross — manche kommen tatsächlich mit weniger aus. Der Punkt ist nicht, dass jeder acht Stunden braucht. Der Punkt ist, dass das eigene Gefühl die Frage nicht zuverlässig beantwortet.

Damit endet diese Serie über Schlaf und Stress. Vier Wochen, vom Dauerstress bis hierher. Nächste Woche geht es weiter mit Bewegung — und mit der Frage, warum „mehr Sport" nicht immer die richtige Antwort auf Stress ist.

📩 Schick das jemandem, der sagt: Ich komme mit sechs Stunden gut aus.

🔬 Quellen im ersten Kommentar Allgemeine Information, ersetzt keine individuelle Beratung. Anhaltende Müdigkeit gehört ärztlich abgeklärt — sie kann viele Ursachen haben.

Photos from With Fran's post 09/09/2026

Schlaf ist keine Pause vom Lernen 🌿
Er ist der zweite Teil davon.

Lernen hat zwei Schritte. Aufnehmen passiert im Wachen. Ablegen passiert vor allem im Schlaf. Beide gehören zusammen — der zweite fällt nur nicht auf, weil man dabei nichts tut.

Neu Gelerntes liegt zunächst im Hippocampus, einem Zwischenspeicher mit begrenztem Platz. Im Tiefschlaf wird es noch einmal durchgespielt und nach und nach in die Hirnrinde übertragen, wo es besser aufgehoben ist. Getaktet wird das von langsamen Hirnwellen und sogenannten Schlafspindeln. Und weil der Tiefschlaf vor allem in der ersten Nachthälfte liegt, fällt auch dieser Vorgang überwiegend dorthin.

Und der Schlaf vor dem Lernen zählt ebenfalls. In einer Studie lernten zwei Gruppen dieselben Inhalte — eine ausgeschlafen, eine nach einer durchgemachten Nacht. Bei der zweiten war der Hippocampus beim Aufnehmen deutlich weniger aktiv, und sie erinnerte sich anschliessend an weniger. Eine mögliche Erklärung: Der Zwischenspeicher war nicht geleert worden, es ging weniger hinein.

Deshalb kostet Durchlernen zweimal — die Stunden, in denen abgelegt worden wäre, und die Konzentration am Prüfungstag.

Was daraus folgt: lernen und dann schlafen, statt bis tief in die Nacht weiter büffeln. Über mehrere Tage verteilen, was ohnehin die wirksamere Lernmethode ist — und jede Nacht dazwischen ist ein Ablegevorgang mehr. Und die Nacht vor der Prüfung darf eine ganz normale sein.

Das Entlastende daran: Du musst dafür nichts tun. Keine Technik, keine App. Es braucht nur, dass die Nacht stattfindet.

Zur Einordnung: Das Bild vom Zwischenspeicher ist ein gut belegtes Modell, aber ein Modell. Die Studien dazu sind klein und meist im Labor an jungen Erwachsenen entstanden — sie zeigen Mechanismen, keine Garantien. Und Schlaf ersetzt kein Lernen. Er entscheidet mit, wie viel davon bleibt.

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🔬 Quellen im ersten Kommentar Allgemeine Information, ersetzt keine individuelle Beratung.

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